Mein Weg zum CRI – Zeit für die Prüfung

Mein Weg zum CRI – Zeit für die Prüfung

Am 26.07.17, einem Donnerstag war es soweit, mein Assessement of Competece, kurz AoC, stand bevor. Bereits zwei Tage im voraus hatte ich einen Zeitplan mit dem geplanten Ablauf und meinem Thema für das Longbriefing, eine kurze Theorielektion, erhalten. Somit hatte ich also etwas Zeit um mich in die Thematik der „Landing without Engine Power“ einzulesen.

An besagtem Donnerstag traf ich mich schon gegen 7 Uhr morgens in Belp mit Tom von der Malbuwit und begann mit der Vorbereitung des Theorielokals und kontrolle der ganzen Formalitäten wie Lizenz, Medical, Zertifikate, Anmeldeformulare, Logbuch und natürlich aller nötigen Kopien der genannten Dokumente.


Die beiden Examiner des BAZL, Bundesamt für Zivilluftfahrt, trafen punktlich ein und kontrollierten, nach einer kurzen Begrüssung, ihrerseits alle Dokumente. Nachdem dies zur Zufriedenheit erfolgt war, wurde nochmals der Ablauf abgesprochen und letzte kleine Änderungen vorgenommen.

Nun war ich dran mein Longbriefing mit den beiden Examiner als „Schüler“ abzuhalten. Gemeinsam erarbeiteten wir das Thema und disskutierten die eine oder andere Variante für eine Landung ohne Motorleistung. Nach etwa 30 Minuten war meine Lektion beendet und ich begab mich in Richtung Kaffeeautomat wärend die Examiner mein Longbriefing bewerteten.

Die ursprünglichen 10 Minuten Wartezeit wurden schlussendlich fast verdoppelt bis ich von einem der beiden Examiner wieder abgeholt wurde. Ich bekam rund 20 Minuten Zeit um die Leistungs- und Gewichtsberechnungen für den kommenden Flug zu machen und mich mit dem Flugprogramm vertraut zu machen. Aus dem ursprünglich angekündigten Flug Belp-Biel-Belp wurde zuerst ein Lokalflug Belp-Belp und schlussendlich ein Flug Belp-Thun-Belp. Man ist ja flexibel als angehender CRI.

Als erstes stand die „Right-Seat-Qualification“ auf dem Programm. Hierbei ging es darum das ich einen Flug mit vorgegebenem Programm selbständig vom rechten Sitz aus absolvieren musste. Also genau dass was wir im Praxiskurs gelernt hatten, ausser das die zu fliegenden Manöver teilweise etwas anspruchsvoller waren. Dieser erste Teil des Flugprogramms wurde mit einem Anflug auf Thun mit Durchstart und einer anschliessendem Landung ohne Landeklappen abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war ich mit meinen Leistungen so unzufrieden dass ich mich innerlich schon auf eine Wiederholung einstellte.

Ohne abzustellen ging es in den zweiten Teil des Flugprogramms. Zuerst stand eine Demonstration einer Notlandung ohne Motorleistung, kurz NoLa, im Flugplatzbereich auf dem Programm. Hierbei wird an einer definierten Position der Motor auf Leerlauf genommen und der Flugweg so angepasst dass die Landebahn im Gleitflug erreicht wird. Im Anschluss führte mein „Schüler“ dieselbe Übung noch zweimal durch. Im Anschluss begaben wir uns ins Stockental für eine erste NoLa im Gelände und danach ins Gürbetal bei Seftigen für eine zweite. Hierbei flog der „Schüler“ bis ich sicher war dass das ausgewählte Feld erreichbar wäre und ich die Kontrolle übernahm für den Durchstart, wir wollten ja nicht irgendwo auf ei em Feld landen sondern zurück nach Belp. Nach Anflug und Landung vom rechten Sitz fand das Flugprogramm nach 87 Minuten sein ende und ich konnte mein verschwitztes Hemd etwas durchlüften.

Erst jetzt folgte das Debriefing des gesamten AoC, also der letzten 4 Stunden. Dies beinhaltete mein persönliches Debriefing meiner Leistungen sowie das Debriefing meines „Schülers“. Selbstverständlich gehörte auch das Debriefing meiner Theorielektion dazu. Dies alles plus die eine oder andere Diskussion zwischen mir und den Examiner, führte dazu das ich das definitive Resultat erst nach rund einer Stunde erfuhr.

Passed – Ich bin CRI. 

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